Baby-Bedenkzeit-Projekt

"Mama auf Probe" - Ein Kind für drei Tage und Nächte

Die Schülerinnen der 9. Klasse der Käthe-Kollwitz-Schule in Herzogenrath haben drei anstrengende Tage und Nächte hinter sich:
Mehrmals in der Nacht sind die 15-jährigen Mädchen aufgestanden, um sich um ihre schreienden "Babys" zu kümmern. Nach drei Tagen und Nächten ist der Stress vorbei. Denn die kleinen Schreihälse sind Säuglingssimulatoren aus Kunststoff aus dem Programm "Eltern auf Probe".

"Die aus Amerika stammende Idee nennt sich Baby-Bedenkzeit-Projekt" erläutert Stefanie M. Es soll Jugendlichen die Einsicht vermitteln, dass ein eigenes Kind erst später - nach der Ausbildung - Sinn macht. Neben einer zunehmenden Zahl von ungewollt schwangeren Jugendlichen gibt es auch viele junge Mädchen, die sich früh nach einem Kind sehnen, um zum Beispiel etwas zum Kuscheln zu haben", ergänzt Michelle D. Die Probleme werden meist nicht richtig eingeschätzt.

Innerhalb des Projekts bekommen die Mädchen einen realistischen Einblick, was Elternschaft überhaupt bedeutet. Alle Mädchen der 9. Klasse sind von der Projektidee begeistert und lassen sich darauf ein. Innerhalb der Mädchengruppe wird das Thema intensiv gemeinsam von der Schulsozial-

arbeiterin Florina Zirmer und der Klassenlehrerin Klaudia Pfitzner vorbereitet. Dann wird es Ernst: Jasmin S. und Michelle S. nehmen sogar gemeinsam mit ihren Freunden die Herausforderung "Eltern auf Probe" an. Die High-Tech-Babys werden über eine Fernsteuerung programmiert. Lauthals melden die Probebabys ihre Bedürfnisse an: "Die Mütter und Väter müssen heraushören, ob die Kleinen gefüttert werden wollen, ob die Windeln voll sind oder ob sie einfach nur so weinen", berichtet Jennifer J. Erst wenn die Babys entsprechend versorgt werden, kehrt wieder Ruhe ein. "Du kannst dein Baby auch nicht einfach mehrere Stunden zu Hause lassen", erklärt Jasmin, "denn der Computer zeichnet auf, wie fürsorglich du bist".


Nach drei Tagen und Nächten Mutterschaft sind sich alle Mädchen zuerst einmal einig:  "Mit den Babys ist es total anstrengend, du hast kaum Zeit für dich selbst!"

  • 47 mal müssen sich die Schülerinnen der schreienden Babys annehmen
  • 27 mal füttern und 26 mal die Windeln wechseln.

Mit dem Auswertungsergebnis sind alle zufrieden.

Aber: Abschied nehmen tut auch weh und still und heimlich fließen ein paar Tränen.

 

Nach dem Projekt erklären alle Mädchen einhellig:

"Mit einem Baby wollen wir noch warten. Zuerst machen wir eine Ausbildung - und dann sehen wir weiter."

 

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